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„Ich sitze hier mit zwei weinenden Kindern und mein Mann pennt tief und fest. Er hört mal wieder nichts.“ Dieser Tweet ließ mich beim Scrollen auf Twitter innehalten. Diese Situation kennen wir alle – sei ehrlich: Nachts reißt das Kind einen aus dem Schlaf. Für einen Moment überlegt man, ob der Partner sich vielleicht des Kindes annimmt. Wohin das die Beziehung der Eltern führt, ist nicht gut.

Die Diskussion auf Twitter im Anschluss an diesen Tweet drehte sich um Wachstumsschübe, um Zahnweh bei Kindern und rund um andere Ursachen für weinende Kinder, nebst Genesungswünschen. Ich war zunächst die Einzige, die der Mutter sagte, dass man so tief nur mit Absicht schläft.

Der Schlaf von Eltern

Seit ich Kinder habe, weiß ich Schlaf erst wirklich zu schätzen. Selbstbestimmt schlafen. Durchschlafen.

Das sind zentrale Zauberwörter meines Alltags (oder eher Allnachts), und wenn du auch eine Mama bist, wirst du jetzt heftig nicken. (Es sei denn, du hast so ein seltenes Schlaf-Engel-Kind.)

Ich habe viele Nächte mit Stillen verbracht. Mit On-Off-Schlaf. Mit plötzlich senkrecht im Bett stehen, weil ein Kind schreit. Wenn man alle Stunden, die ich neben einem einschlafenden, sich wälzenden Kind gelegen habe, zusammenzählt, komme ich bestimmt auf eine Woche.

Neulich hat eine große Zeitung ausgerechnet, wieviel Schlaf Eltern so im Durchschnitt fehlt. Sie kamen bei Müttern auch noch sechs Jahre nach einer Geburt auf 25 Minuten! Es besteht außerdem die Gefahr langfristiger Schlafstörungen.

Schlafentzug geht an die Substanz, genau wie ein tagelang mies gelauntes Baby (beides kommt ja meist zusammen).

schlaf eltern beziehung

„Du kannst ja tagsüber Schlaf nachholen“

Klar, solange Baby gestillt wird, sind wir Mütter dran, auch nachts. Machen wir uns nichts vor: Die Väter arbeiten meist schneller wieder, und natürlich sollen die auch einigermaßen ausgeruht an ihrem Arbeitsplatz erscheinen.

Aber wenn das Kind größer wird und vielleicht auch nicht mehr Hunger das Problem ist, dann muss man sich neu organisieren.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man als Mama den verlorenen Nachtschlaf tagsüber auch nicht mehr so einfach nachholen kann. Schlechte Phasen bei den Kindern ziehen sich zum Teil über Wochen, und da kann man auch nicht auf einen Mittagsschlaf spekulieren – meine Große hat zum Beispiel tagsüber bis zu ihrem zweiten Lebensjahr gerade mal eine halbe Stunde am Tag geschlafen und war trotzdem bis abends um 22h wach.

Wenn ich dann mal tagsüber eine halbe Stunde Zeit hatte, habe ich mich auch nicht unbedingt hingelegt, weil sich ja sonst alles türmte.

Wir Mamas bauen also über Monate und Jahre hinweg ein Schlafdefizit auf. Ich erinnere mich, dass ich selbst in den letzten acht Jahren vielleicht eine Phase von insgesamt 4 Monaten hatte, in denen alle 3 Kinder ruhig eingeschlafen sind und gut durchgeschlafen haben. (Sorry, wenn du gerade mit dem zweiten schwanger bist und jetzt alle Illusionen verlierst…)

Seit Nr. 4 vor zwei Jahren dazukam, war das wieder vorbei. Wir nähern uns erst jetzt wieder dieser Phase an, wobei er nachts zwei- bis dreimal seinen Schnuller verliert oder schlecht träumt und rumknöttert.

Übrigens schreibt auch Remo Largo in „Babyjahre“ dazu:

Ein Teil der Mütter holt die versäumte Nachtruhe tagsüber nach, was allerdings nur beim ersten Kind zu bewerkstelligen ist.

aus Remo Largo „Babyjahre“, Piper 2010, S. 205, Hervorhebung von mir

Was ich sagen will: Wir Mütter haben selten die Chance Schlaf wirklich nachzuholen. Die Qualität des durchgängigen Nachtschlafes kann man nicht ersetzen oder nachholen!

Kind schreit. Geh ich? Geht er?

Zurück zum Ausgangsproblem: Wir liegen nachts im Bett, und das Kind schreit/meldet sich. Oder, wie in dem Tweet geschildert: Zwei Kinder brüllen, und er pennt einfach weiter.

So zu tun, als ob man schläft, in der Hoffnung, dass der andere sich um das Kind kümmert, ist keine Lösung! Es ist der Samen für ein Problem in der Beziehung der Eltern. (Oder schon ein Symptom.)

Ich will anhand dieser allnächtlichen Situation keine Beziehungsprobleme unterstellen. Aber wenn so etwas häufiger vorkommt und weitere Rücksichtslosigkeiten hinzukommen, dann ist es Zeit für ein Gespräch!

Diese Situation ist übrigens keine besondere: Die ist so menschlich und normal, dass auch Remo Largo in seinem Buch „Babyjahre“ darauf eingeht:

Wenn die Eltern vom Geschrei geweckt werden, tut jeder von beiden so, als ob er noch schlafen würde, und hofft darauf, dass der andere aufsteht. […]

aus Remo Largo: Babyjahre, Piper 2010, S. 205

Auch er kommt zu dem Schluss, dass dieses Verhalten – er spricht da noch weiteres an – nicht gut für die Partnerschaft ist.

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Schlafen, Elternsein, Zusammenhalten

Leider bekomme ich solche und andere Rücksichtslosigkeiten innerhalb einer Eltern-Beziehung immer wieder mit, und häufig sind es die Männer, die sich mit ihrer Arbeit rausreden und aus der Verantwortung stehlen.

(Klar, ich kenne zum Glück auch viele andere Beispiele von Eltern, die sich das wunderbar aufteilen und sich gegenseitig supporten, aber um die geht es hier nicht!)

Oft steckt mangelndes Verantwortungsbewusstsein hinter so einem Verhalten, oder das Gefühl überfordert zu sein. Das ist auch völlig normal! Man wächst ja durch wachsende Verantwortung, und man lernt durch Überforderung besser zu werden. Man darf ruhig mal das Gefühl haben verloren zu sein.

Ich kenne eine Beziehung, in der er grundsätzlich das halbe Wochenende verschläft, (weil er ja soviel arbeitet,) und jeden Morgen lange ausschläft, während sie ab morgens um 7h die gemeinsamen Töchter bespaßt. Dass die ruhig sind, damit Papa schlafen kann! Und der hat keine Nachtschicht oder so – der ist Unternehmensberater und ist die ganze Woche auf Dienstreise! (Aus beruflichen Gründen muss der Arme auch mit Geschäftspartnern in Tittenbars gehen, aber das ist jetzt ein anderes Thema. Der Arme! *ironieoff*)

Ich will auch niemand verurteilen – ich gestehe, dass ich den „Ich schlafe tief und fest“-Trick auch schon angewandt habe.

Und danach habe ich mich unendlich schlecht gefühlt.

Elternsein ist eine ganz besondere Aufgabe. Nicht nur wegen der Kinder. Wir lernen uns als Partner und Menschen nochmal ganz anders kennen. Kinder bringen uns ganz schnell an unsere Grenzen. Und wenn wir an diesen Grenzen angekommen sind, sind wir meist in einer Verfassung am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ich spreche da aus Erfahrung.

Das Wichtige ist: Auch in dieser Situation, in der wir selbst an unserer Nervengrenze angekommen sind, liebevoll und achtsam mit uns selbst, unseren Kindern und unserem Partner umzugehen.

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Lösungsweg – da gibt’s nur einen

Es gibt nur eine Lösung für die Nachtschichten: Redet darüber!

Wir teilen uns hier auf – ich bin unter der Woche allein, und am Wochenende steht Stefan dann meist auf. Je nachdem, wie viel Schlafdefizit wir in der Woche erwirtschaftet haben, schläft einer von uns auch mal auf dem Sofa.

Wir sprechen tagsüber schon darüber und planen die Nacht. Natürlich nicht jedes Wochenende, aber es gibt so verrückte Wochen und Tage, und manchmal ist man einfach angeschlagen, dann bieten wir es uns auch mal gegenseitig an, dass einer durchschlafen darf. Oder ausschlafen!

Ganz wichtig – falls du vermutest, dass dieses Gespräch mit deinem Partner heikel sein könnte: Mach keine Vorwürfe! Konzentriere dich auf die Lösung, statt das Problem mit einem Streit nur schlimmer zu machen. Wenn dir an dem Verhalten deines Partners nicht gefällt, rede ich „Ich-Botschaften“, also „Ich fand das in dem Moment doof, weil…“ oder „Ich habe mich dadurch soundso gefühlt.“ Das ist besser als „Immer lässt du mich im Stich! Immer muss ich alles alleine machen.“

Merke: Vorwürfe bringen keine Lösung, Vorwürfe bringen neue Probleme. Und irgendwann eine Scheidung. Glaub’s mir, ich erlebe das leider immer wieder in meinem Umfeld.

Man muss das üben. Aber es macht einen enormen Unterschied und bewegt deinen Mann viel eher dich zu verstehen, als wenn du ihm Vorwürfe und Nudelholz um die Ohren haust.

Und dann – ja, den Fall gibt’s auch – wenn alles Reden nicht mehr nützt: Kümmer dich um deine Finanzen und lass dich von einer Beratungsstelle oder Anwältin beraten. Tu dir und deinen Kindern nicht so eine Beziehung an – mein ehrlicher Rat!

Jetzt habe ich soviel erzählt – findest du dich in der Situation wieder? Kennst du das auch? Wie teilt ihr euch die Nächte auf?

Lieber Gruß,

Sonja

Babyjahre, Remo Largo, Piper Verlag *

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Wenn der Partner weiterpennt. Übers Elternsein, Schlaf und die Beziehung
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Elternsein ist eine ganz besondere Aufgabe. Nicht nur wegen der Kinder. Wir lernen uns als Partner und Menschen nochmal ganz anders kennen. Kinder bringen uns ganz schnell an unsere Grenzen. Und wenn wir an diesen Grenzen angekommen sind, sind wir meist in einer Verfassung am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ich spreche da aus Erfahrung.
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Sonja alias Padermama - kreativ-wilde Mama von vier Kindern. Liebt ihren Garten, Nähen und laute Musik.

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