Diese Blogparade geht ans Eingemachte. Und tut weh. Es geht um das liebe Geld. Zwei Mamablogs holen unsere Mamaköpfe aus dem Sand und fragen mal ganz konkret, wie es um Mamas Moneten steht? Da muss ich erstmal schlucken, denn so genau kann ich es selbst bisher gar nicht sagen. Aber ich will’s wissen – deshalb mache ich mit. Sehr wahrscheinlich werden weitere Artikel dazu folgen.

Mamas und Moneten – die Blogparade

Die Blogparade “Mamas und Moneten” wird initiiert vom Kinderhabenblog und Heute ist Musik. Einige Beiträge sind schon zusammengekommen, und ich finde es erhellend und informativ bei anderen Mamas zu stöbern, wie die das so regeln (und was deren Ehemänner dazu sagen).

Bei einigen lese ich heraus, dass sie sich auf dem Weg befinden, und auch mein Text wird nur der erste auf einer Reise sein. Mir ist es trotzdem wichtig das Thema hier anzugehen und den Kopf aus dem Sand zu ziehen. Ich beginne diese Reihe heute also mit dem ersten Text und mache gleich mal einen Kassensturz…

Leben und Arbeiten – unser Arbeits- und Familienmodell

Das Thema Geld und Rente hängt direkt von unserem Familien- und Arbeitsmodell ab, und das will ich hier zuerst umreißen. Auf meinem anderen Blog habe ich es im letzten Jahr einem Beitrag über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vertieft.

Um es zusammenzufassen: Mein Mann arbeitet Vollzeit (40Std) in Hamburg, verteilt auf vier Tage in der Woche, während ich mit unseren vier Kindern in Paderborn bin und als selbstständige Bloggerin arbeite. Warum das finanziell und nervlich noch immer besser ist als alles, was wir vorher hatten, habe ich in dem verlinkten Artikel dargelegt.

Ich bin noch immer unendlich dankbar der Jobhölle in Hamburg entkommen zu sein!

Ich habe arbeitstechnisch schlechte Erfahrungen gemacht (siehe Link). Um Selbstverwirklichung oder Karriere ging es nie – ich habe meine Angestellten-Jobs alle gehasst und bin aus allen krank ausgeschieden – mit Burn-Out oder mit vorzeitigen Wehen.

Bei allen Forderungen nach Müttern am Schreibtisch finde ich, dass man nicht vergessen sollte, dass Arbeitgeber vielfach Arschlöcher sind und speziell Mütter ausbeuten. Der Staat hilft ihnen übrigens dabei.
Aber da gehe ich in dieser Reihe nochmal mehr drauf ein.

Aktuell arbeite ich nicht für einen Arbeitgeber, sondern selbstständig. Ich strebe auch kein Beschäftigungsverhältnis an. Meine beiden “großen” Kinder sind jetzt in der ersten und zweiten Klasse und mittags um 12h zuhause. Die beiden Kleinen sind bis nachmittags um 14:30h betreut. Mein Mann ist wie gesagt von freitags bis sonntags da. Da bliebe nur ein Job als Aushilfe im Einzelhandel. Aber die 400€ verdiene ich dann lieber mit meinem Blog. Mittlerweile klappt das auch ganz gut. 

Das Zeitfenster zum Arbeiten ist also sehr klein. Sicher könnte ich die Großen in die OGS schicken. Aber das möchte ich nicht. Zum einen weil es den Druck auf die Kinder erhöht – es ist nämlich verdammt anstrengend den ganzen Tag dort zu sein, und ich merke die Auswüchse in den Wutanfällen meiner Kinder jeden Tag, und weil es den Druck auf mich erhöht entweder eine Angestellten-Arbeit aufzunehmen oder mit meiner Selbstständigkeit sehr schnell finanziell sehr erfolgreich zu sein.

(Entgegen der Meinung der ganzen Online-Coaches und Gurus ist “sehr schnell sehr reich werden dank Internet” aber auf seriösem Wege nicht möglich.)

Nach meinen schlechten Erfahrungen als Teilzeit-Mama werde ich mich so lange wie möglich weigern. Es ist ja nun auch nicht so, dass ich hier den ganzen Vormittag auf der faulen Haut liege.

Während mein Mann sein gutes Ingenieursgehalt verdient, mache ich hier in meinem kleinen Home Office nebenbei unsere private Post, den Haushalt, Mittagessen, die Wäsche, den Garten, erledige Termine rund um die Kinder, Steuerberater, usw.

Reine Home-Office-Arbeitszeit habe ich täglich vielleicht ne Stunde, und ich sitze abends noch sehr lange vor dem Rechner um Bilder zu bearbeiten und Texte wie diesen zu schreiben. (Aktuelle Uhrzeit: 23:53h) Oder um zu nähen – mein “Hauptblog”, mit dem ich auch ein bisschen was verdiene, ist ja ein Nähblog mit Anleitungen und Schnittmustern.

Welche Möglichkeiten habe ich also um für meine Rente zu sparen?

rentenversicherung mütter

Mama und ihre Rente

Ich bin auch so eine, die lieber nicht darüber nachdenkt. Da poppt ganz schnell das Wort “GruSi” auf, die “Grundsicherung”. Gruselig.

Wir haben ein Armutsproblem in unserem Land. Das betrifft nicht nur Mütter, aber wäre ich nicht mit einem gut verdienenden Mann verheiratet, würde es auch mich betreffen. Und der Gedanke macht mir manchmal Angst. 

Wir sind Romantiker, wir lieben uns und wollen das auch weiterhin – so ist der Plan. Zusammen würden wir wohl auskommen. Aber was, wenn es anders kommt? 

Ich mag Worst-Case-Szenarien nicht, aber es wäre ziemlich blöd sich nicht damit zu beschäftigen. Deshalb werde ich die folgenden Punkte zunächst mit meinem Mann klären – wir hatten uns für diesen Herbst sowieso vor unsere ganzen Versicherungen und Finanzen zu überprüfen. Vielleicht kriege ich ihn ja auch dazu einen Gastbeitrag hier zu schreiben – ich finde ja die männliche Sicht auf das Thema nicht ganz uninteressant.

Jetzt suche ich aber erstmal zusammen, was ich habe:

  1. Deutsche Rentenversicherung: Soweit ich informiert bin (ich hatte mich vor drei Jahren schon einmal erkundigt) werden mir pro Kind 3 Jahre auf die Rentenbeiträge angerechnet.
    3 Jahre pro Kind werden also Rentenbeiträge für mich eingezahlt, berechnet nach dem Einkommensdurchschnitt der deutschen Arbeitnehmer. Das waren 2015 (da war mein letzter Bescheid dazu) 2.900€
    Glück für mich in diesem Fall: Ich habe meine Arbeitskraft zuvor staatstreu ausbeuten lassen und noch nie zuvor auch nur ansatzweise soviel verdient. In einem Arbeitsverhältnis war ich mit knapp 2.800€ mal ganz nah dran. Ist aber lange her.
    Wenn ich das jetzt richtig deute, habe ich also in punkto Rente dank dieser Regelung ein kleines Plus.
    Achtung dazu: Man muss die Kindererziehungszeiten extra beantragen, die bekommt man nicht automatisch angerechnet! Das geht rückwirkend auch noch bis kurz vor Rentenbeginn, du kannst das aber auch jetzt schon machen (ich mache das jetzt für mein viertes Kind auch noch, das fehlt mir nämlich noch). Du benötigst dazu das Formular V800 von der Deutschen Rentenversicherung.
  2. Riester-Rente: Das ist das Baby von meinem Mann, der riestert für uns beide. Unsere Kinder werden da auch eingerechnet, und unser Steuerberater hat uns so beraten, dass wir wenig Beiträge (oder nur Mindestbeiträge) einzahlen, aber das Maximum an Boni rausbekommen. Genau hab ich das nicht verstanden – da werde ich mich nochmal erkundigen und an dieser Stelle ergänzen. (Du merkst, ich schwimme in der Thematik.)
  3. Private Rentenversicherung/Lebensversicherung: Ich habe zwei solcher Versicherungen, die eine ist gekoppelt an eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Ich habe leider bisher keine Ahnung, ob die was taugen. Für meine Hinterbliebenen wäre es wohl gut, wenn ich per Unfall dahinscheide, dann würde wohl die Unfallversicherung auch noch greifen (?). 
    Unser Plan: Wir werden uns demnächst von der Verbraucherzentrale dazu beraten lassen. Wir haben uns in Vorbereitung unseres Hauskaufs auch dort beraten lassen, und die Beratung war jeden Euro wert.
    Neben dem Nutzen und Kosten einer Versicherung interessiert mich auch zunehmend, was die Versicherungen mit dem Geld machen. Die investieren das ja, und das Geld landet – das steht zu befürchten – nicht unbedingt in menschen- und naturfreundlichen Projekten (an dieser Stelle ein böser Blick zum Hambacher Wald). Dieser Aspekt beschäftigt mich immer mehr – aus diesem Grund sind wir vor ein paar Jahren mit allen Konten auch zur GLS Bank gewechselt. 
  4. Wohneigentum: Wir mietkaufen das Haus meiner Mutter, und das fühlt sich sehr gut an. Wir haben einen eher kleinen Kredit für einen Anbau aufgenommen – den Kredit haben wir so gerechnet, dass wir mit Stefans Gehalt allein hinkommen. Schön wäre es natürlich, wenn sich meine Einkommenslage nun langsam verbessert, dann hätten wir mehr Puffer.
    Im Grundbuch stehe ich als Besitzerin. Im Falle einer Scheidung haben wir allerdings keine Gütertrennung oder irgendwas vereinbart. Der Notar wies darauf hin, dass es demnach uns beiden gehört. (Note to myself: Erbangelegenheiten könnte ich auch direkt mal abklären. Bei vier Kindern wär es schlecht, wenn mir gleich was auf den Kopf fällt und ich durch einen Unfall dahinscheide, bevor ich das geklärt habe…)
    Das Haus hat ein großes Grundstück und wird gerade von uns renoviert – die Immobilienpreise hier in der Gegend haben mächtig angezogen. Sollten wir einmal dringend Geld brauchen, würden wir es wohl mit Gewinn verkaufen können. (Ok, einen solventen Käufer muss man erstmal finden. Bezahlbarer Wohnraum für Familien ist auch in Paderborn nicht so leicht zu finden, und hier gegenüber steht ein Neubau schon seit einem Jahr leer, weil sich keine Käufer finden!)
  5. Rente für Selbstständige: Dieser Punkt darf hier nicht fehlen. Ich bin über eine Werbeanzeige über Vantik (kein Werbelink) gestolpert und stehe da auf der Liste. Die bieten eine flexible Altersvorsorge an – für Freiberufler und Selbstständige. Bisher sind die noch nicht gestartet, und ich warte da auf der Liste auf weitere Informationen. ich will hier keine Werbung für die machen, aber ich finde den Ansatz erstmal super und werde das weiter verfolgen. Hier ist ein Artikel dazu in der Wirtschaftswoche

Das ist meine Liste: Ich werde jedem Punkt in den nächsten Wochen mehr auf den Zahn fühlen und mich nochmal dazu melden.

Bis dahin verfolge ich gern die Blogparade und strenge mich an, dass es mit dem selbstständigen Geldverdienen auch weiterhin klappt. Aktuell läuft es gut, ich kann echt nicht klagen. Ich werde unter meinem Jahresziel bleiben,  aber seit ich mich vor knapp drei Jahren selbstständig gemacht habe (im Nebengewerbe, Eltern-Teilzeit), habe ich jedes Jahr besser verdient. Jetzt sind die Kinder endlich vormittags betreut, und ich kann dann auch wirklich mal arbeiten.

Das fühlt sich super an! 🙂

Und nun zu dir: Wie sieht es bei dir aus? Oder bist du zufällig Versicherungsexpertin und kannst mir einen heißen Tipp geben? 

mamas und moneten. kassensturz
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