Den Schnuller loswerden – vor Kurzem habe ich über dieses Projekt berichtet und dabei den Schnullerbaum vorgestellt. Als ich den Artikel schrieb, schnullerte unsere Nummer 3 noch kräftig. Inzwischen kann ich verkünden: Wir sind den Schnuller los! Wie wir das geschafft haben und warum wir nicht wie geplant bis zum vierten Geburtstag gewartet haben, berichte ich heute.

Schnuller loswerden auf die sanfte Art

Auch wenn ich es nicht andauernd erwähne: Ich bin sehr wohl für eine “bedürfnis- und bindungsorientierte Erziehung”. (Ich persönlich hasse es, wenn man sich das so wie ein Riesenplakat vor die Brust und auf den Blog schnallt, aber grundsätzlich teile ich diesen Ansatz.)

Ich habe alle meine Kinder getragen, gestillt, und die dürfen auch alle bei uns im Familienbett schlafen. Ich arbeite hart daran nicht andauernd zu meckern und zu schreien, und ich arbeite sehr an meiner Geduld – was nicht immer einfach ist.

Aber wenn so etwas vor uns liegt – irgendeine Art der Abgewöhnung – dann kribbelt es in mir: Das wird nicht einfach. Egal, ob die Windel weg soll, oder die geliebte Milchflasche vorm Schlafengehen.

Aber das Schwerste war (und ist) bei allen Kindern: Schnuller loswerden!

Wie soll das auf die sanfte Art gehen?

Ohne Schnuller schlafen?

Ich habe ja neulich über Schnullerbäume berichtet, und dass wir unsere Kleine seit einiger Zeit auf diesen großen Schritt – Schnuller loswerden – vorbereitet haben. Wir haben ihr Schnullerbäume gezeigt und Bücher mit ihr dazu gelesen und immer wieder erwähnt, dass sie jetzt schon ganz schön groß ist und bald den Schnuller abgeben muss.

Und doch muss ich ehrlicherweise gestehen, dass ich es selbst war, die diese Vorbereitung mindestens genauso brauchte wie sie!

Ein kalter Entzug ist hart, denn der Schnuller ist ja ganz unmittelbar mit dem Einschlafen und damit meiner Schlafqualität verknüpft!

Unsere kleine Große brauchte seit einiger Zeit den Schnuller tagsüber nicht mehr, aber zum Ein- und Durchschlafen war er der Garant.

Also haben wir uns mit ihr auf ihren vierten Geburtstag geeinigt als großen Schnuller-Abgeben-Zeitpunkt. Das bedeutete auch für mich: Ich kann mich innerlich darauf einstellen. Nachts habe ich ja auch noch den Kurzen hier, der ein ganz miserabler Durchschläfer ist und mir seit Monaten den letzten Nerv raubt.

Und dann kam doch alles anders.

Am Anfang steht die Entscheidung

Wir waren beim Kinderarzt zur U, kurz nachdem ich meinen Artikel über unsere Vorbereitung veröffentlicht hatte.

Alles war gut – auch das Gewicht hatte sich normalisiert (im Vorjahr hieß es noch, sie könne adipös werden). Und dann guckte der Doktor in ihren Mund und schaute mich mit so einer Mischung aus Entsetzen und Vorwurf an.

“Oh”, sagte er, “der Kiefer ist ja offen. Hat sie noch einen Schnuller?”

Doofe Situation.

Aber die braucht’s manchmal um die nötige Entschlossenheit zu finden, vor der man sich drücken will. DAS war der Moment, in dem ich einen kalten Entzug beschlossen habe. Wohl wissend, dass meine Tochter ihren Schnuller abgöttisch liebt und ohne ihn einen Aufstand machen würde, dass uns das Dach auf den Kopf rieseln würde.

Schnuller loswerden – der “Vollzug”

Ich habe noch drei Tage bis zum Wochenende gewartet, bis Stefan auch zuhause war.

Und so lief es dann: Eigentlich schlafen unsere beiden Kleinen gemeinsam in einem Zimmer, aber wir konnten keine Aufstände riskieren. Der Kurze ist wie gesagt ein mieser Schläfer, hellhörig und nervös, und es dauert bei ihm oft ne knappe Stunde, bis er endlich pennt.

Wir haben unserer Tochter also erklärt, dass es nun Zeit ist auf den Schnuller zu verzichten. Tagsüber klappte das sehr gut. (Ich hatte es ihr schon die ganze Woche gesagt: “Wenn Papa wieder da ist, dann….”).

Abends wollte sie natürlich ihren Schnuller haben. Stefan hat sie mit in unser Bett genommen und dort erstmal ein richtiges Verwöhnprogramm gestartet mit sanfter Musik und einer Massage. Und sie ist tatsächlich ganz sanft ohne Schnuller eingeschlafen!

Nachts ist sie natürlich immer mal wieder wach geworden und hat gejammert. Wir haben sie gestreichelt und ihre Hand gehalten, und es ging ganz gut.

schnuller loswerden

Die erste Zeit danach

Ich hatte einen Horror davor wieder allein zu sein. Ich kann unmöglich den Kleinen ins Bett bringen (von den beiden Großen ganz zu schweigen), wenn unsere Nummer 3 hier jeden Abend ein Massage-Verwöhnprogramm braucht.

Der erste Schritt war also das Einschlafen im eigenen Bett – ohne Schnuller! Das klappte sogar recht gut mit Händchen halten und ein bisschen Rücken kraulen. Der Kurze schläft unter ihr (wir haben dieses Ikea-Kinderbett), und dann kuschel ich jetzt meist unten mit dem Kleinen und halte ihre Hand.

Schwierig wurde es, als sie dann prompt erkältet war. Da hat sie schon sehr gejammert – auch nachts hat sie einmal richtig geschrieen.

Auch das habe ich irgendwie hinbekommen – der Kurze ist nicht einmal aufgewacht. Und übrigens – kleine Anekdote am Rande: Neulich schlief er dann mal ganz selig durch, und dann jammerte sie nachts nach ihrem Schnuller!

Das ist MP – Mamas Pech. Ich hab irgendwie ganz oft solche Momente. Aber ich bin verdammt froh, dass wir den Schnuller los sind, das war eine echte Befreiung und ein Meilenstein.

Wie seid ihr den Schnuller losgeworden oder wie plant ihr es?

Sharing is Caring! Vielen Dank fürs Teilen 🙂
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Schnuller loswerden auf die sanfte Art
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Den Schnuller abzugewöhnen war für uns bei allen Kindern die schlimmste Hürde! Wie wir es auf die sanfte Art geschafft haben, berichte ich in diesem Artikel
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Padermama.de