Es ist Freutag. Heute trifft sich das gut mit diesem wunderschönen Sonnenaufgang, den ich zeigen wollte, und mit meinen Gedanken, die mir gestern dabei kamen. Insofern wird das jetzt so ein Mamas-Tagebuch-Blog-Beitragsding. Viel Spaß beim Lesen – schreib mir gern deine Gedanken dazu!

Der 39. Geburtstag

Letzte Woche habe ich meinen 39. Geburtstag gefeiert (und zwar habe ich meine beste Freundin ganz allein in Essen besucht und wir waren bis morgens um 5h in der Kneipe *lach*, und den Tag darauf bin ich nach Köln auf die h+h cologne gefahren und habe mir Stoffe angeguckt, aber das ist ein anderes Thema). Ich hatte Geburtstag. 39.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mir mal Gedanken darüber machen würde, und eigentlich mache ich das auch kaum, aber ich komme nicht umhin zu bemerken, dass da plötzlich fast zehn Jahre vergangen sind, seit ich mein Leben als Single, als Arbeitnehmerin und als Nicht-Mama verlassen habe.

Mein altes Ich habe ich jetzt bei dem Treffen mit meiner Freundin wiedergesehen, und das war mal ganz schön einfach Ich zu sein ohne Kinder, ohne Mann, Haushalt, Garten und Verantwortung. Einfach mal Ichsein, einfach mal nachgucken, ob ich noch da bin unter all den leeren Müslischüsseln, Rotznasen und Schnullern.

Mamasein am frühen Morgen

Im Moment fühlt es sich für mich an wie ein Aufatmen, oder ein Erwachen. Vielleicht liegt es am Frühling, oder einfach daran, dass die Kinder etwas weiter sind?

In meinen Gedanken trudeln Fragen ein: Was hab ich eigentlich die letzten Jahre gemacht? Kommt da noch was? Wie will ich die nächsten 10, 20 Jahre verbringen?

Und dann stehe ich mit meiner Kaffeetasse vor diesem Himmel – die Kinder sind noch nicht aufgestanden, und ich bin dankbar.

Ich bin mir ja nicht immer sicher, ob ich mein Leben wirklich so wollte wie es ist. Doch in diesem Moment bin ich mir sicher: Es ist alles gut.

sonnenaufgang

Philosophie für Mamas

Wenn ich meine Single-Freundin besuche, die ihr Leben und ihre Unabhängigkeit genießt und feiert und mein altes Ich gern mittanzt, nagen doch mal so Fragen, was hätte sein können?

Ich hadere ja immer mal wieder mit meinem Mamasein – vielleicht geht es dir auch so? Es ist definitiv nicht das Glück-auf-Knopfdruck-Ding, das uns die Werbung vorgaukelt.

Aber bei diesem Sonnenaufgang wurde mir etwas klar: Ich neide meinem Mann und meiner Freundin ein Stückchen ihre Arbeit, ihr Einkommen, den Büroalltag und auch die freien Abende. Und das ist absolut ok.

Ich habe ein anderes Leben, und ich bin ehrlich gesagt ganz froh darüber, dass ich diese kostbaren Jahre zwischen 30 und 40 nicht fürs Geldverdienen und Karrieremachen (hätte ich wahrscheinlich nicht ohne Burnout und Psychopharmaka geschafft) entschieden habe. Ich habe keinen Chef (und mit solchen habe ich fast durchgängig schlechte Erfahrungen gemacht), und ich stecke nicht in dieser “Mühle” des täglichen Arbeitswahnsinns fest.

mama tagebuch gedanken

Wenn ich mich an meinen letzten Bürojob erinnere, war der Preis ziemlich hoch: Für einen Hungerlohn nur Druck und Stress, Abgabetermine und immer Angst, dass man irgendwas vergessen, übersehen oder falsch gemacht hat. Und das war ein Job mit nahezu keiner Verantwortung! Aber wehe, man war mal 5 Minuten zu spät im Büro, weil irgendwas mit den Kindern war…

Das ist vielleicht ein extremes Beispiel. Aber leider habe ich das Berufsleben nur als Quelle für Stress, Burnout und Mobbing kennengelernt. Ich bin dankbar, dass ich DAS nicht mehr habe.

Und vielleicht steckst du gerade in auch so einem Arbeitsverhältnis? Vielleicht bist du gefangen in einem Büro mit einem furchtbaren Chef (oder Chefin, die sind zum teil sogar schlimmer), deprimierenden Kollegen und wartest seit Jahren auf eine popelige Gehaltserhöhung? (Denen, die sich fürs Arbeiten-statt-Kinder entschieden haben, geht’s ja auch nicht besser! Ich kenne niemand unter meinen Freundinnen, die nicht auf mehr Gehalt wartet.)

Was soll ich dir in diesem Fall sagen?

Hör auf dein Herz.

Ich hab immer Kinder gewollt. Ich weiß, ich wäre zerfressen von negativen Gefühlen und kreuzunglücklich, wenn ich sie nicht hätte. Das ist nicht für jede etwas. Ich könnte meine ja auch regelmäßig gegen die Wand klatschen. Das heißt nicht, du sollst jetzt unbedingt Mutter werden (falls du noch keine bist). Es gibt auch andere Möglichkeiten aus der Mühle auszubrechen.

Aber vor diesem Panorama weiß ich, welche Frage am Ende zählt, wenn ich irgendwann die Augen für immer schließe: Was hätte ich mehr bereut? Kinder zu haben oder keine zu haben?

Verlinkt mit dem Freutag.

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Manchmal hadere ich mit meinem Dasein als Mama. Und dann, ganz unerwartet, erkenne ich in einem Sonnenaufgang das Glück.
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Padermama